Auf der anderen Seite des Weges

Der Tod ist nicht, was er scheint.
Ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen,
ich bin ich, ihr seid ihr,
das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt,
gebraucht nie eine andere Redensweise,
seid nicht feierlich oder traurig,
lacht weiterhin über das,
worüber wir gemeinsam gelacht haben,
betet, lacht, denkt an mich, damit mein Name
ausgesprochen wird, so, wie es immer war,
ohne irgend eine besondere Bedeutung,
ohne Spur eines Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchgeschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg, ich bin nur
auf der anderen Seite des Weges.

Charles Pierre Péguy

 

 

Die tiefen Gefühle zwischen Mensch und Tier - wenn das geliebte Tier im Sterben liegt, der endgültige Abschied naht, das Tier bereits den Weg ins Regenbogenland gegangen ist - sie können uns manchmal überwältigen und erschüttern uns in unserem Glauben.

Wer sich ein Tier anschafft, denkt dabei nicht an den Tod. Die Kennenlernphase, das erste gegenseitige Beschnuppern, ein erfülltes gemeinsames Leben mit vielen Höhen (und Tiefen), niemand denkt dabei an einen Abschied, der Blick ist in eine glückliche Zukunft gerichtet!

Viele Jahre, manchmal leider nur eine kurze Zeit, verbringen wir mit unserem tierischen Partner, unserem Freund. Wir haben mit ihm gelacht, haben uns an seinen besonderen Eigenschaften erfreut, haben gekuschelt und gespielt, Ängste ausgestanden wenn er krank war, er hat uns getröstet, wenn es uns schlecht ging, wir haben ihn verwöhnt, mit Worten wie mit Taten.
Und nun auf einmal soll all dies vorbei sein?? Unsere gemeinsame Zeit?? Einfach so vorbei??

Die Sterbebegleitung von Tier ist ein sehr wichtiger, persönlicher Teil in der Tierkommunikation. Trost, die richtigen Worte finden, das ist fast unmöglich.

Für die Tiere ist der Tod anders, nicht das Ende, nur ein weiterer Schritt. Doch auch die Tiere brauchen Zeit um Abschied nehmen zu können.

Mit Hilfe von Bachblüten haben wir die Möglichkeit die Seele und den Körper auf den Übergang vorzubereiten. Mit der Tierkommunikation können wir die Emotionen und Gefühle der Tiere verstehen und den Abschied begleiten und erleichtern.

 

 

Novalis: Wer Schmetterlinge lachen hört

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein,
ungestört der Furcht,
die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Stier, zum Narr, zum Weisen
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.

Der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen.
Nur weiß er, was die anderen
und auch er selbst noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt
und den Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich,
ungestört von Furcht sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst bricht er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt
nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht
die Nacht entdecken.

Wer mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine Erben.